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Der Klient beklopft verschiedene Akupunkturpunkten seines Körpers, rollt mit den Augen, summt, zählt und spricht merkwürdige Sätze. Nach diesem ungewöhnlichen Vorgehen hat sich meist etwas Wesentliches in der emotionalen Reaktion auf zuvor belastende Gedächtnisinhalte verändert. Dieser Wandel vollzieht sich oft so schnell, dass das Gehirn des Klienten (und bisweilen das des Therapeuten) Mühe hat, sich das Geschehen zu erklären, es nachzuvollziehen, zu glauben und zu integrieren.

Die Rede ist von der „Energetischen Psychologie“. Seit Anfang der 80er Jahre hat sich in den USA unter der Bezeichnung „Energy Psychology“ ein Zweig der Psychologie etabliert, der sich mit der Wirkung von Energiesystemen auf Emotionen und Verhalten befasst – ein systemischer Ansatz, der Konzepte der Hypnotherapie und der angewandten Kinesiologie, sowie Interventionen, aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) (Akupunktur/Akupressur) integriert. In der Energetischen Psychologie geht man davon aus, dass einer psychischen Störung eine Störung im körpereigenen Energiesystem, dem bekannten Meridiansystem der TCM, zugrunde liegt. Negative Erlebnisse, Ängste und belastende Beziehungserfahrungen schwächen demzufolge das Energiesystem, was zur Symptomatik führt. Wenn die Lebensenergie, das Chi, wieder ungehindert fließen kann, die Meridiane ausgeglichen und im Gleichgewicht sind, dann ist man an Körper und Psyche gesund.

Genau hier setzt die Energetische Psychologie an. Durch das Klopfen auf bestimmte Punkte der Hauptmeridiane wird - ähnlich wie bei der Akupunktur – das Energiesystem des Körpers (die Meridiane) stimuliert. Dadurch kommt es zu einer Entkoppelung zwischen Gedanken und den bisher damit verbundenen automatischen negativen Gefühlen. Und das wiederum schafft emotionale Freiheit. Was die Energetische Psychologie von der Akupunktur unterscheidet, ist vor allem die Tatsache, dass man sich während des Beklopfens der Meridianpunkte auf ein Thema einstellt und damit eine Verbindung zu der Gesamtheit aus miteinander verknüpften Gedanken, Einstellungen und Gefühlen herstellt.

Natürlich ist die Energetische Psychologie keine Wundermethode. Sie hat genaue Anwendungs- und Wirksamkeitsgrenzen. In den USA ist die Effektivität inzwischen durch empirische Studien, z.B. die Figley-Carbonell-Studie, die an der Florida State University durchgeführt wurde, nachgewiesen worden. Die Energetische Psychotherapie kann auf stabile klinische Erfolge in einem breiten Spektrum von Symptomen verweisen. Sie ist u.a. sehr hilfreich bei der Behandlung von Ängsten, Lampenfieber, Panikattacken, Phobien, negativen Glaubenssätzen, Depressionen sowie vielen Arten von Schmerzproblemen.

Eine weiterführendes Infoblatt über die Energetische Psychologie zum downloaden finden Sie hier